samedi 7 mars 2015

Kommentar: Erster Schritt zurück zur Normalität?

Fußballspiel Grevenmacher - Jeunesse

Kommentar: Erster Schritt zurück zur Normalität?

Großes Sicherheitsaufgebot sorgt für normalen Ablauf






Von Laurent Schüssler. Bei Grevenmacher gegen Jeunesse von einem normalen Fußballspiel zu sprechen, ist nicht möglich. Die bekannte Abneigung beider Fanlager - oder besser gesagt, einiger Personen, die den Fußball vornehmlich als Ventil für ihren Alltagsfrust ansehen - bringt weiterhin mit sich, dass die Austragung ohne eine für Luxemburger Verhältnisse übermäßig große Ansammlung an Sicherheitskräften (staatlichen wie auch privaten) nicht möglich ist. Dies geht so weit, dass die Begegnung auf den ausdrücklichen Wunsch der Polizei bereits am Donnerstagabend statt am Sonntag über die Bühne ging. Das Wichtigste zunächst: Während der 90 Minuten im Stadion auf "Flohr" gab es keine ernsthaften Zwischenfälle.



Allerdings ist es verfrüht zu meinen, dies wäre ein erster Schritt in Richtung einer Rückkehr zur Normalität. Der CS Grevenmacher hatte am Donnerstag seine Hausaufgaben gemacht und die Sicherheitsvorkehrungen im Vergleich zur letzten Begegnung noch einmal erhöht. Beide Fanlager waren strikt getrennt. Den Verantwortlichen in die Karten gespielt hat sicherlich auch, dass die Gruppe jener Anhänger, die sich als Fans der Jeunesse ausgaben, nur rund 25 Personen zählte und daher zahlenmäßig den Anhängern der Moselaner deutlich unterlegen war. Jeunesse scheint es geschafft zu haben, dass sich die Zahl dieser Personen, die unter dem Deckmantel des Fußballs primär auf Krawalle aus waren, von selbst reduziert hat. Weitaus besser als irgendwelche Provokationen gefallen einem da Aktionen, in der die überflüssige Energie genutzt wird, um die eigenen Spieler anzufeuern. Wie am Beispiel jener Choreografie zu sehen, die die Anhänger der Hausherren vor dem Spiel präsentierten.



Es war am Donnerstagabend nicht alles perfekt. Die Emotionen kochten auf beiden Seiten hoch, als Jeunesse-Spieler Adrien Portier des Feldes verwiesen wurde und den Fans des CSG beim Abgang stolz - aber dafür nicht weniger provokativ - sein Wappen zeigte. Dies reichte aus, dass sich einige Unverbesserliche von den Zuschauerrängen herabstürzten. Das Gitter schützte sie und den Spieler vor weiteren unüberlegten Handlungen. Wobei eine reelle Gefahr allerdings nicht bestand. Wie sie wohl auch bei der Abfahrt der Escher Querulanten eher gering war. Selbst wenn die Polizei in Kampfmontur die Straße hinter dem Stadion zu jenem Zeitpunkt an beiden Enden sperrte. Blöd nur, dass der "normale" Zuschauer durch die Einbahnstraßenregelung ebenfalls diesen Weg nehmen musste. Und dazu verdonnert wurde, lange Minuten im Wagen auszuharren.



Es besteht also weiterhhin noch Luft nach oben. Sowohl in punkto Organisation als auch in Sachen Benehmen einiger Zuschauer. Aussagen wie die eines älteren Fußballfreundes, der erklärte, das vorhandene "Unsicherheitsgefühl" bei diesem Spiel würden ihn von einem Besuch abhalten, sind indirekt nämlich auch ein Armutszeugnis für den einheimischen Fußball.








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